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Archive for Oktober 2010

Kurz rezensiert: Twitter – Das Leben in 140 Zeichen. Wahre und kuriose Tweets aus dem Web

Twitter kann man mögen – muss man aber nicht. Es gibt genügend Menschen, die den Dienst ablehnen und die Inhaltsleere von 140 Zeichen kritisieren. Das kann man so sehen, aber es geht auch anders. Pons hat mit seinem kleinen Büchlein ein wenig aus der Twittersphäre zusammen getragen und gezeigt, dass die 140 Zeichen doch durchaus auch Inhalt haben können.

Über 230 Twitterer haben ihren Namen und ihre 500 Tweets hergegeben, um sie in diesem Buch aufzuführen. Es mutet in Zeiten von Web 2.0 schon fast anachronistisch an, ein Buch zum produzieren, das Inhalte des Webs wiedergibt. Und doch: Den Herausgebern ist es gelungen, eine originelle und sehr lesenswerte Zusammenstellung der Tweets vorzunehmen.

Unterteilt in 17 „Kapitel“ (kann man die noch so nennen?) finden sich dort teilweise sehr amüsante, aber auch nachdenkliche Äußerungen unserer Online-Zeitgenossen. Da geht es um „Liebe“, „Politik“ oder auch „Prokrastination“ und natürlich – wie sollte es anders sein – um „Berlin“. Wer ein paar Mal mit den Öffis durch Berlin kurvt, wird schnell der zahlreichen Sitznachbarn gewahr werden, die ihren Standort oder Status kurz (140 Zeichen) mal eben in die Welt hinaus senden. Erst wenn man das selbst probiert und gemacht, wird man den eigentlichen Reiz solcher Botschaften erkennen.

Das Buch selbst gibt keine Einführung in das, was Twitter ist oder wie der Dienst funktioniert. Wer danach sucht, ist hier fehl am Platz. Und dennoch: es ist eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre für die Hosentasche, wenn das mobile Internet des Smartphone in der Berliner U-Bahn nicht funktioniert. Und auch für die Menschen, die abends lieber ein Buch statt iPad oder e-Book mit ins Bett nehmen.

Manche der Tweets erinnern doch sehr an die „Sponti-Sprüche“ der siebziger und achtziger Jahre. Manches kommt einem bekannt vor und hat man schon anderer Stelle gelesen. Während früher Generationen von Schülern und Studenten Tische und Wände mit ihren Geistesblitzen verzierten und so eine eigene Subkultur schufen, so ist heute Twitter das Medium der Zeit. Dass das Interesse der Bevölkerung an Twitter nicht nur online, sondern auch ganz offline vorhanden ist, zeigt nicht nur dieses Buch, sondern auch die sich daraus ableitende „Twitterlesung“. Sicherlich ist dies auch eine Möglichkeit, den vermeintlichen Graben zwischen Befürwortern und Gegner von Twitter zu überwinden. Das kleine Pons-Buch kann dazu ein bisschen beitragen – vorausgesetzt man lässt sich auf Weisheiten in 140 Zeichen ein.

Twitter – Das Leben in 140 Zeichen. Wahre und kuriose Tweets aus dem Web. PONS: Stuttgart 2010. 189 S.

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Immer wieder Ostsee…

Eine Woche Ostseeurlaub in Rerik. Da kann man was erleben. Zumindest wettermäßig. Ein paar ruhige Tage haben wir mit den Kindern und Berliner Freunden an der größten „Badewanne“ der Republik verbracht. Gestartet sind wir in Erfurt bei miesem Wetter und Nieselregen. Eigentlich kein guter Auftakt für einen Urlaub, aber je weiter wir nach Norden kamen, desto besser wurde das Wetter. Pünktlich beim Erreichen der Landesgrenze von Meck-Pomm hörte der Regen auf und bald kam auch die Sonne heraus.

Und wieder einmal zeigte sich: Das Wetter an der Küste wechselt stündlich, so dass man stets für alle Eventualitäten gerüstet sein sollte. Will heißen: Wir hatten das volle Programm. Sonne und Wärme, leichte Brise und ordentlich Sturm, Regen, Hagel und auch ein bisschen Morgenfrost auf der Autoscheibe auf dem Weg zum Bäcker. Es ist einfach klasse zu erleben, wie man den Elementen ausgeliefert ist. Gerade wenn man aus Städten wie Berlin oder nun Erfurt kommt, merkt man erst wie viel Kraft doch in den Erscheinungen des Wetters steckt. Es ist ein gutes Gefühl, auf der Seebrücke zu stehen und der Wind bläst einen fast um.  

Die Kinder haben die Tage die Tage am Meer genossen, konnten sie doch ungehindert draußen rumtoben, buddeln und am Strand lang rennen. Dazwischen immer radeln, Roller fahren und oder das kleine gelbe Laufrad über den Radweg treiben. Und wenn die Beine müde wurden, war meist ein Bollerwagen zur Stelle, um die Strandsportler wieder einzusammeln. Meist hielten diese Phasen der Ruhe nur kurz an und weiter ging es. Den Strand entlang, Muscheln suchen, mit dem Kescher irgendwelches Zeugs aus dem Wasser fischen oder einfach nur eine Sandburg bauen oder Kuchen backen. Da macht es auch nicht aus, wenn der Wind kühl um die Nase pfeift oder die Sonne ins Auge sticht. Hauptsache draußen sein und zusammen Spaß haben.  

Was gab es noch? Den obligatorischen Shopping-Ausflug nach Rostock, frische Fischbrötchen bei Backfisch-Udo am alten Hafen von Warnemünde und die Fahrt mit dem Dampfzug „Molli“. Und wieder einmal zeigte sich: Der ganze Hype um das Seebad Heiligendamm, das vor einigen Jahren Schauplatz von Debatten und Demonstrationen war, ist völlig umsonst. Der Ort liegt irgendwie noch immer im Schlaf und sieht an manchen Stellen aus wie etwa 1985 – DDR inklusive. Verfallene Altbauten, eingeschlagene Fenster und niemand, der renoviert und saniert. Dazwischen eine moderne Kurklinik und das berühmte Luxushotel. Wehe dem, den es hier zur Kur verschlägt. Da ist die Einöde schon Therapie genug. Wer da nicht auf dumme Gedanken kommt… 

Nun ist die Woche Urlaub an der Ostsee schon leider wieder vorbei. Mitgenommen haben wir neben den Erinnerungen und den guten Gesprächen vor allem ein paar Wäscheberge und über 4 GB Bilddaten auf der Speicherkarte. Über 700 Fotos wollen in den nächsten Tagen und Wochen gesichtet, aussortiert und bearbeitet werden. Viele Schnappschüsse der Kinder und Freunde werden dabei, manch misslungener Fotoversuch im Gegenlicht. Aber hoffentlich auch die eine oder andere brauchbare Aufnahme, die die schönen Seiten eines Urlaubs an der Ostsee im Herbst zeigt. Doch davon später mehr auf diesem Kanal.

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Rezension: Christoph Bieber, politik digital. Online zum Wähler

12. Oktober 2010 1 Kommentar

Christoph Bieber, Politologe an der Uni Gießen und seit einigen Jahren Beobachter der deutschen politischen Internet-Szene hat mit seiner kleine Studie „politik digital“ eine gute und prägnante Darstellung vorgelegt. Auf rund 120 Seiten schildert er die Entwicklung der Digitalisierung der Politik in der Bundesrepublik, aber auch vor allem in den USA.

Kursorisch erläutert der Autor die Anfänge Mitte der 1990er Jahre und erinnert an solche „Meilensteine“ wie den „virtuellen Ortsverein“ der SPD, der letztlich nur Episode blieb. Mehr Raum widmet Bieber den amerikanischen Wahlkämpfen der letzten Jahre und dem mit Hilfe digitaler Medien und sozialer Netzwerke errungenen Sieg von Barack Obama. Gerade hier wird deutlich, wo die Unterschiede zu Situation in Deutschland liegen. Aufgrund der hiesigen Parteienlandschaft, die sich auf vielen Tausend Mitgliedern gründet, sind die digitalen Strukturen nicht annähern so schnell in den Parteien gewachsen wie in der USA. Während dort eher lose Zusammenschlüsse vorherrschen und man seine Zugehörigkeit zum politischen Spektrum durch die Teilnahme an Netzwerken wie myBO.com signalisiert, herrscht hier das „reale Treffen“ in den Verbänden noch immer vor. So kann es kaum verwundern, dass es den bundesdeutschen Parteien im letzten Wahlkampf kaum gelungen ist, größere Anhängerscharen via Internet an sich zu binden.

Aber auch der Piratenpartei, geradezu das Sinnbild einer neuen Entwicklung auf diesem Sektor, ist es nur teilweise gelungen, die wachsende Gruppe der Menschen hinter sich zu scharen, deren Lebensmittelpunkt das Internet und damit auch soziales Umfeld ist. Zwar konnten die Piraten eine nicht unbedeutende Anzahl von Wählern bei den vergangenen Urnengängen auf sich vereinen, ob dies jedoch dauerhaft so zu halten ist, sieht Bieber eher skeptisch. Zu sehr wird die Partei in der Öffentlichkeit als single-issue-Partei wahrgenommen. Man darf also gespannt sein, ob diese kleine Erfolgsgeschichte anhält.

Spannend ist auch die Darstellung des Autors über die letztlich bisher gescheiterten Versuche, elektronische Wahlmaschinen in Deutschland und Amerika einzuführen. Zu viele Widerstände haben sich ergeben. Vor allem Datenschützer und Computerexperten des Chaos Computer Clubs haben sich in den letzten Jahren scharf gegen die Einführung ausgesprochen, obwohl erkennbar ist, dass immer mehr jüngere Wähler dem eigentlichen Wahlakt fern bleiben und Wahlen per Internet einfordern. Hier offenbart sich einmal mehr der Zielkonflikt zwischen einem wirklich umfassenden digitalen Leben inklusive Online-Wahl und dem Schutz des Wahlgeheimnisses und der Wahl vor elektronischen Manipulationen. Wie dieser Konflikt schlussendlich entschieden werden wird, ist im Moment noch nicht absehbar. Meine persönliche Einschätzung: Zum Schluss werden wohl wieder einmal die typisch deutschen Bedenkenträger über die Wünsche einer wachsenden Zahl von potenziellen Online-Wählern siegen. Nur ein Faktor könnte, wenn auch eher unbeabsichtigt hier die Wende bringen. Der wachsende Unwille, sich an die Urne zur analogem Stimmabgabe zur begeben, geht einher mit dem Problem, dass die Kommunen nicht mehr genügend Wahlhelfer rekrutieren können, um die Wahl auch unter Mithilfe des Bürgers durchzuführen. So musste etwa die Stadt Hamburg zuletzt mehrere Millionen Euro ausgeben, um die Leute mit Hundert Euro „Begrüßungsgeld“ zu „überzeugen“. Es steht jedoch zu befürchten, dass auch solche Maßnahmen nicht mehr ausreichen werden, um eine demokratische Wahl durchzuführen. So kann es durchaus sein, dass der analoge Unwille des Bürgers letztlich den Online-Wahlen zum Durchbruch verhilft.

Ein weiteres Kapitel widmet Autor Bieber der „neuen politische Klasse“, die er im digitalen Raum verortet sieht. Er nennt die üblichen Verdächtigen: Markus Beckedahl, Sascha Lobo, Constanze Kurz vom CCC oder padeluun (S. 66ff). Alles bekannte Namen und Gesichter, die aufgrund ihrer langen Erfahrungen im Web nicht zu Unrecht als deutsche Internet-Elite bezeichnet werden. Aber eines wird dabei auch klar: Wenn man bedenkt, dass mit Beckedahl, Kurz und padeluun gleich drei der Genannten auch Mitglieder der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ (#eidg) sind, so wird schnell deutlich, wie dünn doch die „Schicht“ der wirklich bekannten Größen ist. Mögen sie auch alle ihre Verdienste und wichtige Beiträge zum digitalen Diskurs geleistet haben, so besteht doch die Gefahr, dass der dauernde Rückgriff auf die nahezu stets gleichen Gesichter, letztlich selbstreferentiell wird. Man hat fast den Eindruck, dass die deutsche politische Szene nur aus diesen und ein paar anderen Politikern besteht, die sich wie etwa Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, häufig via Facebook und Twitter zu Wort melden. Ein bisschen mehr frisches Blut täte der „neuen politischen Klasse“ sicher nicht schlecht, egal woher es kommt.

Bieber hat mit seiner Darstellung eine gut lesbare und interessante Bestandaufnahme der heutigen digitalen politischen Szene in Deutschland geliefert. Knapp geschrieben, aber mit den nötigen Verweisen versehen, liegt hier zwar keine grundlegende wissenschaftliche Studie vor, als Überblicksdarstellung und kleiner Rückgriff in die Geschichte taugt das Buch allemal. Persönlich hätte ich mir noch einen kurzen Blick in die „Glaskugel“ gewünscht, um zu erfahren, wie es mit der Digitalisierung der Politik in Deutschland weitergeht. Bieber tut dies nur sehr punktuell, wohl wissend, dass dies sowieso nur „Kaffeesatzleserei“  und damit unwissenschaftlich sein kann. Lesenswert wäre es jedoch allemal gewesen.  

Christoph Bieber: politik digital. Online zum Wähler. Salzhemmendorf: blumenkamp verlag 2010. 127 S.

„Linke Schmuddelkinder“ vs. Verwaltungsbeamte?

3. Oktober 2010 2 Kommentare

Eigentlich bin ich ein Fan des Online-Magazins „The European“. Das vor rund einem Jahr gestartete Nachrichten- und Meinungsmagazin hebt sich wohltuend vom linken Mainstream ab und bringt auch einmal Ansichten, die eben nicht immer den Standargumentationen entsprechen.

Aber auch „The European“ kann mal danebenliegen. Erst vor wenigen Tagen, am 30.09.2010, veröffentlichte der anonyme „Reichstagsreporter“ folgenden Beitrag:

„Bundestagsverwaltung gegen die Linksfraktion

Jeder Beamte der Bundestagsverwaltung trägt ein Parteibuch, zumeist rot oder schwarz. Einige grüne und gelbe sind auch darunter. Ein Dunkelrotes hingegen trägt niemand. Die Linkspartei wird nach wie vor als Schmuddelkind des Parlaments behandelt. Diese Haltung schlägt sich mitunter in Verwaltungswirken nieder, das die gebotene Neutralität vermissen lässt. So hat der von Verwaltungsbeamten umgebene Bundestagspräsident Lammert die Linken seit geraumer Zeit auf dem Kieker. Zuletzt schmiss er sechs Abgeordnete aus dem Plenum und schloss sie von der Ausschussarbeit aus – weil sie ein T-Shirt mit Aufdrucken gegen Stuttgart 21 trugen. Dies reihe sich ein in “Dutzende Regelverstöße” seitens der Linksfraktion, ließ ein anonymer Verwaltungsbeamter daraufhin eine Regionalzeitung wissen. Solchen Hickhack anzustoßen ist typisch für die Bundestagsverwaltung: Anstatt Zeit und Energie auf Wichtiges zu verwenden, ergeht sie sich in nervenraubender Nabelschau, Erbsenzählerei und Sandkastenspielen. Das hilft zwar niemandem im Land. Doch so zeigen die Beamten ihre Macht. Getreu dem Motto: Die Abgeordneten kommen und gehen, aber wir – sind immer da!“  

Über diesen Beitrag habe ich mich einfach nur geärgert, weil er ein typisches Beispiel für eine unreflektierte Pauschalisierung ist. Der Autor geht schlicht davon aus, dass irgendwie alle Beamten beim Bundestag Mitglieder irgendwelcher Parteien außer der Linken seien. Dies entspricht einfach nicht den Tatsachen, denn viele der dort beschäftigten Beamten sind nicht Parteimitglieder und gehen ihrer Arbeit mit der notwendigen Neutralität nach. Dass die engsten Mitarbeiter von Bundestagspräsident Prof. Lammert eher „schwarz“ als rot sind, ist auch nachvollziehbar und an sich kein Grund für diese pauschale Verurteilung.

Besonders ärgerlich ist aber, dass den Beamten unterstellt wird, dass sie per se gegen die Links-Fraktion eingestellt seien und diese mit „Erbsenzählerei“ verfolgten. Der „Reichstagsreporter“ sollte an dieser Stelle einmal kurz über Ursache und Wirkung nachdenken. Es waren die Mitglieder der linken Fraktion, die sich wie im Kindergarten Protest-T-Shirts im Plenum übergestreift hatten und damit gegen die geltende Ordnung des Bundestages verstießen. Niemand hatte sie dazu aufgefordert, auf diese Weise gegen Stuttgart21 zu demonstrieren. Von ihnen gingen also die Provokation und der Regelverstoß aus. Der Bundestagspräsident war demnach gezwungen, sie des Saals zu verweisen. Klar ist: Unser Parlament hat sich Regeln gegeben, alle haben diese mit vereinbart und zugestimmt. Dann muss man sich auch daran halten, denn sonst braucht man einfach keine Regeln. Oder wollen wir irgendwann Situationen wie in anderen Parlamenten erleben, wo sich die Abgeordneten gegenseitig verprügeln? Bei den Linken ist es bewusste Provokation, um sich letztlich als „Märtyrer“ gegenüber ihren Anhängern darzustellen. Dieses „Sandkastenspiel“ ist einfach nur kindisch und dem Parlament nicht würdig. Ich fürchte nur, dass die linken Abgeordneten weiterhin dieses Spiel mitmachen, um sich selbst als „Schmuddelkinder“ zu stilisieren.

Es ist wirklich schade, dass der „Reichstagsreporter“ auf diese billige Show hereinfällt und die Schuld dafür de facto den Verwaltungsbeamten in die Schuhe schiebt. Seine pauschale Forderung, die „Zeit und Energie auf Wichtiges zu verwenden“ ist geradezu absurd, denn es gehört nun einmal zu den Aufgaben der Bundestagsverwaltung, für die Einhaltung der selbst gegebenen Regeln im Parlament zu sorgen. Und da spielt es einfach keine Rolle, wer der Verursacher ist. Dies sollte auch dem Autor einsichtig sein. Die Frage ist doch zudem: Was ist „Wichtiges“? Will er allen Ernstes, dass die nicht gewählten Verwaltungsbeamten Politik machen? Diese Forderung ist schlichtweg hohl und an der Realität vorbei, gerade weil sie so undifferenziert in den Raum gestellt wird. Wer solche Regeln nicht einhält, darf sich nicht wundern, wenn Parteien „kreativ“ mit Parteispenden umgehen. Auch diese Verstöße müssen durch die Bundestagsverwaltung untersucht und geahndet werden. Und deshalb ist es letztlich gleich, wer am geltenden Recht vorbei gehandelt hat. 

Im Übrigen nur als Hinweis: Nicht einmal alle Abgeordnetenmitarbeiter sind parteipolitisch gebunden, obwohl sie viel näher an der eigentlichen „Politik“ dran sind als irgendwelche Verwaltungsbeamte. Es gibt auch keinerlei Verpflichtung, Parteimitglied zu sein. Dies entscheidet jeder für sich nach seinem Gewissen.

Email vom Amtsgericht

Ein ganz normaler Morgen. Ein schneller Blick auf den Email-Posteingang in meinem Handy. Scheinbar alles ganz normal. Doch da: „Amtsgericht Berlin“ steht bei einer Email im Betreff. Eine kurze Schrecksekunde lang überlege ich, was ich wohl ausgefressen haben könnte, damit mir das Amtsgericht schreibt. Oder gibt es gar eine unbekannte Erbtante, die mir etwas hinterlassen hat? Ich denke bei mir, dass das eigentlich nicht sein kann und außerdem gibt es in Berlin mehr als ein Amtsgericht. Im Übrigen kenne ich keine „Sara Hartmann“. Der nächste Blick klärt mich auf. Aha, wieder einmal eine dieser nervigen Emails mit Angeboten für Viagra und das andere Zeugs aus der Rubrik der Potenzmittel. Bei so einem erhebenden Angebot ist der Name „Hartmann“ natürlich schon Programm.

In den letzten Tagen sind Unmengen dieser zumeist gleichlautenden Emails eingelaufen. Meistens landen sie sofort im Spamordner, doch gelegentlich schleicht sich mal eine ins Postfach. Diese Woche hatte ich schon Angebote vom Ordnungsamt Frankfurt( welches Frankfurt?), da war ein „Parkvergehen“ dabei oder eine „Bevollmaechtigung“. Ein „ä“ kannte der Absender offenbar nicht. Besonders hübsch war auch die „Stehkraft Nachhilfe“. Da habe ich doch herzlich gelacht und kurz überlegt, ob ich dieses faire Angebot einmal nutzen soll 🙂

Jedes Mal wenn eine solche Email eintrifft und sie mich doch erreicht, frage ich mich, ob es wirklich Menschen gibt, die diese Email ernsthaft lesen und auf das Angebot eingehen. Gibt es wirklich Leute, die auf diese Seiten gehen und dort Viagra o. ä. bestellen? Offenbar schon, denn sonst würde sich dieses massive Spamaufkommen immer gleicher Emails nicht lohnen. Dennoch bleibe ich lieber bei der Apotheke meines Vertrauens. Auch wenn es nur für Aspirin notwendig ist.

Hier die erwähnte Email von „Sara Hartmann“, die man einfach gelesen haben muss:

„Haben Sie einen Moment Zeit? Sie haben Probleme beim Sex? Der Stress bedrueckt Sie und hat auch noch Folgen fuer Ihr Sexleben? Sie wollen Ihrer Partnerin wieder demonstrieren, dass sie noch immer ein hervorragender Liebhaber im Bett sind? Vorbei mit den Noeten, und vorbei mit den Erektionsproblemen. Mit unseren blauen Wunderpillen werden Sie umgehend wieder ein hervorragender Liebhaber und ihre Freundin wird sie schaetzen! Absolut sichere Order im World Wide Web auf der Webseite — http://www.tiny.cc/81bp2 — Wir wuenschen Ihnen viel Erfolg Sara Hartmann Favorably expectations Halfway blamed Oscar consist, string neuroscientists drastic. Biking ballad plan regulator, immediate rumors Daniel Social Highlights pulling Sabow. — Occurs restive statelets, leveled thanks records consumption houses phony Prentice temporarily. Leveled mat smashed, telling ritual County connections randomly Camp via October. — Car DON Who, Gary movie haunted employment chipper Rican Dallas. —
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Herliche Gruesse
Sara Hartmann“

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