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2010: Ende und Neubeginn – Ein Rückblick

Im abgelaufenen Jahr hat sich einiges für mich verändert. Zu Beginn des Jahres 201 wusste ich nicht recht, was die kommende Zeit mir bringen würde. Beruflich war ich noch in Berlin tätig, meine Familie war in Erfurt. Keine wirklich erfreuliche Situation, vor allem wenn man nicht weiß, wie lange dieser Zustand anhalten wird.

In meinem Bundestagsbüro bei Peter Tauber lief es gut für mich. Ein cooler Chef mit vielen, auch manchmal unorthodoxen Ideen. Nette Kollegen, bei denen ich mich gut aufgehoben fühlte und die mich immer akzeptiert haben. Wir waren wirkliche Teamarbeiter und ich konnte mit meiner rund elfjährigen Berufserfahrung in verschiedenen Bundestagsbüros den einen oder anderen Tipp geben. Es war eine schöne Zeit und ich konnte mir neue Themenfelder erschließen. Familienpolitik hatte ich bisher immer nur am eigenen Leib erfahren. Wenn man zwei Kinder hat, merkt man schon, wo Veränderungsbedarf in unserer Gesellschaft ist. Es war spannend, an den Sitzungen des Familienausschusses teilzunehmen und zu sehen, wo die Fraktionen ihre unterschiedlichen Schwerpunkte legten. Und einmal mehr wusste ich, dass ich bei der CDU und ihren Mitgliedern richtig aufgehoben bin. Weniger Ideologie und mehr Pragmatismus herrschen hier vor, die Ideen und Lösungsansätze orientieren sich an der Realität der Menschen und nicht an irgendwelchen Gruppen, die versorgt werden wollen.

Aber auch die von CDU und CSU initiierte und in Gang gesetzte Internet-Enquete weckte mein Interesse und ich hatte das Glück, dort zusammen mit Peter Tauber mitarbeiten zu können. Auch hier wurde schnell sichtbar, dass Pragmatismus und Scheuklappenblindheit oft recht nah beisammen lagen. Kaum einer hätte es uns zugetraut, dass die vermeintlich Konservativen sich mit Netzpolitik beschäftigen und den Dialog mit der Zivilgesellschaft suchen würden. Dass dies nicht immer einfach werden würde, wurde schnell deutlich. Erkennbar ist aber auch weiterhin, dass der Wille zum Dialog nicht so ausgeprägt ist, wie das Thema Netzpolitik es eigentlich erfordern würde. Kurz: Die alten Vorurteile werden weiterhin gepflegt und der Wille, in einen echten Meinungsstreit um die besten Lösungen einzutreten, ist leider noch immer sehr begrenzt. Aber letztlich wird auch hier irgendwann die Vernunft siegen. Hoffentlich….

Und plötzlich, Anfang März 2010 ergab sich eine neue Perspektive. Wie so oft im Leben war es der persönliche Kontakt, der mir den Weg in eine andere berufliche Zukunft wies. Ein Kollege meiner Frau brachte eine Stellenausschreibung mit und meinte: „Das ist doch was für deinen Mann.“ Und so war es auch. Meine Bewerbung bei der Zentralklinik Bad Berka habe ich gleich fertig gestellt und mir gedacht: „Warum nicht? Medizin hat dich immer interessiert und unter Ärzten bist du auch aufgewachsen. Das passt doch!“ Und so ergab es sich nach einiger Zeit, dass ich im September als neuer Pressesprecher der Zentralklinik angefangen habe. Neue Aufgaben erwarteten mich und andere Themen, als die, die ich in den vergangenen Jahren bearbeitet hatte. Manches ist ähnlich, vieles ist neu. Pressemitteilungen habe ich schon vorher geschrieben und mich durch die Tiefen von Content Management Systemen geackert. Wieder einmal hat sich gezeigt, dass die irgendwann Mitte der 1990er Jahre erworbenen HTML-Kenntnisse auch hier hilfreich sein können, wenn es um die Formatierung von Seiten und Texten geht. Dies wird auch im neuen Jahr so sein. Auch hier erwarten mich neue Aufgaben und Herausforderungen.

Dazwischen gab es natürlich auch ein paar persönliche Dinge. Meine Frau und meine Kinder haben mich durchs Jahr begleitet und mir oft und gerne lustige Momente zum Lachen und Schmunzeln verschafft. Stirnrunzeln gab es bei den morgendlichen Rechenübungen von Isabelle im Auto auf dem Weg zur Schule. Ausgerechnet ich, der Mathematik nie verstanden hat und froh ist, dass er Mathe irgendwann auf dem Gymnasium abwählen konnte, übt jetzt mit seiner Tochter das Rechnen. Verkehrte Welt. Ach ja, auch an anderer Stelle habe ich mich als Nachhilfelehrer versucht. Den Sohn meiner Berliner Vermieter habe ich morgens früh im Bus mit lateinischer Grammatik und Vokabeln gequält. Manche Erinnerung kann da wieder hoch. Und ich muss sagen, dass ich doch noch einiges von Damals behalten habe. Latein braucht man zwar heute nun wahrlich nicht mehr so oft, aber es doch schön zu wissen, dass neun Jahre (!) Schullatein inkl. „Leistungskurs“ nicht folgenlos geblieben sind. Wer weiß, wofür dieses Wissen noch einmal benötigt wird. Quod erit demonstrandum!

Pfingsten habe ich wie jedes Jahr mit meinen alten Zeltlagerkumpanen auf einer feuchten Wiese im Bergischen Land verbracht. Es ist einfach klasse, all die Leute zumindest einmal im Jahr wiederzusehen, mit denen ich einen Teil meiner Jugend verbracht habe. Manch trunkene Erinnerung tauchte da wieder aus den Schwaden auf und sorgte für gemeinsame Lacher. Auf ein Neues im kommenden Jahr. Pfingsten gehört dem Zeltlager. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Einige Freunde und gute Bekannte, nette Kollegen und schräge Vögel musste ich in Berlin zurücklassen. Der Neubeginn war es wert. Kontakte, die sich lohnen, bleiben bestehen. Das Internet, aber auch Telefon und reale Besuche machen dies möglich. Es ist spannend zu sehen und lesen, wie sich manche Leute entwickeln. Ich verfolge dies mit viel Aufmerksamkeit. Meinen Hobbys – Fotografie und Bücher – werde ich sicher auch in 2011 wieder ausreichend Zeit schenken. Das eine oder andere Foto wird hier oder in der Fotocommunity  sicher zu sehen sein. Manche Rezension werde ich hier in meinem Blog absetzen und auf ein bisschen Austausch hoffen.

Nun ist das Jahr vorbei. Ich bin wieder bei meiner Familie. Das ist schön und soll auch so sein. Weihnachten mit einem riesigen Berg Geschenkpapier, den der Papiercontainer kaum schaffte, liegt hinter uns. Alles bestens und friedlich verlaufen, so wie es sein soll. Beruflich wird es in Bad Berka sicher weitergehen. Ich freue mich darauf und bin sehr gespannt, was das neue Jahr bringen wird.

Das war’s, 2010!

Ach ja: Das Wetter – es begann mit Schnee und Eis und endet auch so….

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