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Rezension: Bernhard Jodeleit. Social Media Relations

Bernhard Jodeleit weiß worüber er schreibt. Als Fachjournalist für ein Technikmagazin und nun als PR-Mann hat er zwei wichtige Seiten des Geschäfts mit den sozialen Netzwerken kennen gelernt. Mit seinem „Leitfaden“ gibt er Neulingen, aber auch bereits erfahrenen PR-Arbeitern sowie interessierten Privatleuten ein gutes Werkzeug an die Hand.

In klaren Sätzen erläutert er den Weg ins Web 2.0 und benennt die Chance, ohne die Risiken zu übersehen. Jodeleit schildert die Entwicklung, die zum Mitmach-Internet führte und erläutert die einzelnen Rollen der jeweiligen Akteure. Seine Aussage für den Schritt in Richtung Web 2.0 ist klar: Man benötigt eine Strategie, um letztlich erfolgreich sein. Bereits nach wenigen Seiten hat er einen Schwerpunkt gesetzt. Dialog ist das Zauberwort, denn nur wer den Dialog mit seinen Lesern sucht, wird die gewünschte Akzeptanz erfahren. Für den Autor bedeutet dies, dass der „klassische Pressesprecher ausgedient hat, wenn er seine Nachrichten nur in eine Richtung aussendet und selbst nicht auf „Empfang“ ist. Auch dies gehört für Jodeleit zu den Voraussetzungen eines PR-Arbeiters im Web 2.0.

Von Grund auf erklärt der Autor die notwendigen Schritte, um eine PR-Kampagne in eine Partnerschaft mit den Nutzern umzuwandeln und selbst Gewinn daraus zu ziehen. Dazu gehört u.a. die Entwicklung von Social Media Guidelines, die helfen sollen, die Nutzung der sozialen Netze zu steuern, ohne die Kreativität zu zerstören. Transparenz und Glaubwürdigkeit sind für ihn bestimmende Grundwerte, die notwendig sind, um sich die Akzeptanz im Netz zu erarbeiten (S. 49ff). Doch bevor der erste Schritt in Web 2.0 gemacht werden sollte, sollte eine gründliche Analyse der Situation erfolgen. Web Monitoring zur Beobachtung der jeweiligen Akteure ist für den Autor unabdingbar, wenn man wissen will, wer mit wem über welche Themen redet. Hier schlägt er den Bogen weg von der Theorie zur Praxis. Jodeleit benennt und erklärt verschiedene Werkzeuge, die dazu notwendig sind. Und auch wer die Kosten professioneller Dienstleister scheut, wird hier bedient. Manch brauchbares Tool steht auch in der Grundversion kostenlos zur Verfügung und kann für den ersten Blick ins soziale Netzwerk genutzt werden.

In der zweiten Hälfte des Buchs widmet sich der Autor ausführlich, aber nicht detailversessen den verschiedenen Netzwerken und schildert deren Anwendungsmöglichkeiten in der professionellen PR-Arbeit und Unternehmenskommunikation. Twitter, Xing und Facebook, aber auch die Bedeutung eines spannenden Corporate Blogs z. B. auf der Basis von WordPress werden erklärt und Fallstricke der Aktivität erwähnt. Doch im Gegensatz zu manch anderer Publikation durchzieht Jodeleits Buch eine sehr positive Grundstimmung. Er verfällt niemals in den Chor derer, die die großen Anbieter von Software, Dienstleistungen und sozialen Netzen als Gefahr für Datenschutz und die Persönlichkeit des Einzelnen ansehen.

Und auch ein anderer Bereich des Web, der inzwischen schon fast ins Hintertreffen geraten ist, findet hier noch ausreichend Platz. Im Gegensatz zu manchem Web 2.0-Apologeten sieht Jodeleit die klassische, wenn auch modernisierte Website eines Unternehmens als das „Herzstück“ (S. 159) einer Kommunikationsstrategie an. Von hier aus sollen die Fäden ins Web 2.0 gehen, hier ist der Raum, um das Unternehmen zu präsentieren und die verschiedenen Bausteine zentral zusammenzuführen.

Jodeleits gesamte Darstellung ist gut lesbar, flüssig geschrieben und zeichnet sich vor allem durch Verständlichkeit aus. Diese wird noch durch ein Glossar im Anhang erhöht, indem er wichtige Begriffe der Social Media Relations kurz erläutert und mit entsprechenden Web-Adressen versieht. Wer will, kann hier ohne längere Suche tiefer einsteigen. Gerade für die PR-Leute, die bisher wenig web-affinen waren, bietet das Buch einen guten Einstieg, der Mut macht und die Chancen für die eigene Arbeit aufzeigt. Auf jeden Fall ist es eine kurzweilige und lohnenswerte Lektüre.

Bernhard Jodeleit: Social Media Relations. Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0. Heidelberg: dpunkt.verlag 2010. 227 S.

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