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Archive for Juli 2011

Verwirrte Grüne?

Zwei Ereignisse haben mich in dieser Woche doch erheblich an den „Grünen“ zweifeln lassen. Es waren jeweils die Reaktionen der Verantwortlichen, die bei mir nur noch Kopfschütteln hervorgerufen haben. Doch der Reihe nach:

Da ist zum einen der Vorfall des bisherigen Berliner Landesgeschäftsführers der Grünen André  Stephan, der nachts betrunken durch die Hauptstadt fuhr, seine Nachtruhe vor einer roten Ampel suchte und sich anschließend gegen die polizeiliche Blutentnahme wehrte. Dies ist ein Vorgang, der sicherlich nicht unerheblich ist und auch Auswirkungen auf die Parteiarbeit haben wird. Sehr schnell die hat Ober-Grüne Renate Künast die Entscheidung getroffen und sich von ihrem Wahlkampfmanager Stephan getrennt.

Das ist insoweit nachvollziehbar, als Frau Künast gerade diese Publicity nicht gebrauchen kann. Und dennoch: Zwei Dinge stören mich erheblich an dieser Geschichte. So war André Stephan sicherlich nicht alleine auf der Party im Roten Rathaus und hat dort Alkohol getrunken. Wenn er so „voll“ war, dass er nicht mehr fahrtauglich war, warum hat ihn dann keiner seiner grünen Freunde aufgehalten? Warum haben sie ihm nicht den Schlüssel abgenommen und ihn in ein Taxi gesetzt?

Oder wollte man den Mitarbeiter etwa auf etwas unsanfte Art loswerden? Und warum hat die Berliner Grünen-Spitze ihn sofort und unverzüglich vor die Tür gesetzt, ohne ihm die Chance zur Anhörung zu geben? Die Alkoholfahrt war sicherlich kein Kavaliersdelikt, im Gegenteil. Aber man hätte wenigstens mit dem Mitarbeiter reden können, um die Hintergründe des Vorfalls aufzuklären. So ist der Mann nun seinen Job los und die Chancen auf einen beruflichen Neubeginn sind dank der Verbreitung in den Medien erst einmal dahin. Von innerparteilicher Solidarität und Schutz der Person ist hier nicht zu erkennen.

Schon am nächsten Tag präsentierte Künast einen Nachfolger als Wahlkampfmanager. Ein Lump, wer böses dabei denkt…

Ähnlich skurril stellt sich indes auch die „Hanf-Geschichte“ der Thüringen Grünen dar. Vor wenigen Tagen wurden in der Geraer Kreisgeschäftsstelle der Abgeordneten Astrid Rothe-Beinlich in den Blumenkästen zwischen den Sonnenblumen auch Hanfpflanzen entdeckt. So ganz zufällig hatten sich diese Gewächse unter die großen Gelben gemischt und wuchsen vor sich hin. Von den dort tätigen Mitarbeitern will natürlich keiner etwas gewusst oder bemerkt haben. Warum auch? Es soll ja schließlich nur Industriehanf gewesen sein. Wahrscheinlich dachte man, da könnte man sich ein paar Klamotten anfertigen.

Ob Naturbesamung oder Handzucht, darüber mag man nun trefflich spekulieren. Interessanter fand ich jedoch, dass Rothe-Beinlich, wie im Radio gemeldet, rund sechs Wochen nicht in der Kreisgeschäftsstelle und in dem angeschlossenen Wahlkreisbüro gewesen sein soll. Da habe sie auch den Hanf nicht entdeckt.

Aha, sie war soll sechs Wochen nicht in ihrem Wahlkreisbüro. So sieht also Grüne Bürgernähe aus. Für eine Partei, die immer Bürgerbeteiligung fordert und sich ihrer Bürgernähe rühmt, ist dies ein ziemlich schlechtes Zeichen, denn Sprechstunden konnte die Abgeordnete in der Zeit wohl kaum dort abgehalten haben. Von einer Grünen-Politikerin und Vize-Landtagspräsidentin hätte man wohl mehr erwartet. Aber offenbar ist das Engagement nicht so sehr auf den Wahlkreis gerichtet. Aber Rothe-Beinlich wird dafür bestimmt eine Erklärung, wenn sie schon von der Hanfzucht nichts weiß.

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