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Das cnetz ist da – und manch einer will es nicht verstehen

3. April 2012 1 Kommentar

Cnetz ist da und das allein scheint Vielen durchaus Kopfzerbrechen zu bereiten. Die zahlreichen Reaktionen auf die gestrige Bekanntgabe unseres Vereins für Netzpolitik hat die Szene mächtig durcheinander gewirbelt. Keiner hat offenbar damit gerechnet, dass ausgerechnet ein Haufen CDU-Mitglieder sich für Netzpolitik interessiert und dies auch noch in die Öffentlichkeit trägt. All die Reaktion bei Twitter, in diversen Blogs und klassischen Prinzmedien zeigen, dass die „kleine Sensation“ durchaus gelungen ist. Alle Beiträge hier zusammenzutragen und zu kommentieren würde jedoch den Rahmen des Möglichen sprengen.

Aufgefallen ist mir jedoch der heutige Artikel in der Online-Ausgabe des „Stern“, der schon mit seiner Überschrift zeigt, dass die beiden Autoren nichts verstanden haben. Lutz Kinkel und Anieke Walter sehen in cnetz allein „Merkels Möchtegern-Piraten“. Sie haben nicht bemerkt, dass cnetz gerade nicht eine Gegenbewegung zu den Piraten ist. Vielmehr haben wir den Verein gegründet, weil wir das Thema Netzpolitik auf eine breitere Diskussionsbasis stellen wollen. Es geht nicht darum, den Piraten ihre Netzkompetenz streitig zu machen oder sie inhaltlich zu überholen.

Nein, vielmehr geht es darum, das Thema den Menschen näher zu bringen, die sich bisher nicht dafür interessiert haben, und zu erläutern was Netzpolitik eigentlich bedeutet und welche Auswirkungen sie inzwischen auf unser tägliches Leben hat. Denn die Auswirkungen sind viel weitgehender als es das Spektrum der Piraten jemals abdecken wird. Wir wollen auch nicht die „digitale Avantgarde der Konservativen“ sein. Vielmehr setzt sich der Verein aus Mitgliedern zusammen, für die das Internet heute quasi der Lebensraum ist, in dem sie sich ständig, aber eben nicht nur bewegen. Wir sind auch nicht von Angela Merkel losgeschickt worden, um den Piraten ein paar Stimmen wieder abzunehmen.

Nein, was wir wollen, ist der Dialog und Austausch über netzpolitische Positionen. Diese werden wir erarbeiten, vorlegen und zur Diskussion stellen. Wir sehen uns als einen Teil der Debatte und erheben nicht den Anspruch, die allumfassende Wahrheit in der Netzpolitik zu präsentieren. Uns zeichnet vielmehr die Toleranz aus, die notwendig ist, um andere Meinungen anzuhören, zu diskutieren, ohne sie letztlich mit Häme zu verdammen. Nein, wir wollen auch nicht „piratig“ sein, wie dies der „Stern“ unterstellt. Die Herkunft von cnetz ist eine andere als die der Piraten. Das muss man akzeptieren und dies wird letztlich auch zu anderen Ergebnissen bei politischen Fragen führen. Insofern ist der Piraten-Vergleich fehl am Platz, weil wir eine andere Zielsetzung verfolgen. Wir wollen den netzpolitischen Dialog in die Mitte der Gesellschaft tragen und nicht an seinen Rändern führen.

Offenbar wollen die Autoren Kinkel und Walter dies nicht begreifen, denn es passt wahrscheinlich nicht in ihr Weltbild, das sie von Unionsanhängern haben. Vielleicht sollten sie einfach mal Nachhilfe beim Berliner Piraten-Abgeordneten Christopher Lauer nehmen, denn der hat offenbar erkannt, dass die Gründung von cnetzlängst überfällig und gut“ war. Dass es auch kommentatorisch anders geht, hat heute sogar die taz bewiesen. Und dies steht nun wirklich nicht im Verdacht, der Union nachzulaufen.

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