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C/O Berlin muss bleiben

Eine der besten und innovativsten Galerien für Fotografie ist in ihrer Existenz bedroht. Weil sich der Berliner Senat nicht rechtzeitig entschließen konnte zu helfen, muss die bekannte Kunsteinrichtung C/O Berlin wohl bald aus dem Postfuhramt an der Oranienburger Straße in Mitte weichen. Seit rund fünf Jahren präsentiert die Galerie bekannte und renommierte Fotografen in einem ungewöhnlichen Ambiente. Statt moderner Stahl-, Glas- und Betonarchitektur herrscht hier noch immer der Charme des 19. Jahrhunderts vor. Zwischen Fotografien von Annie Leibovitz, Martin Parr und Henri Cartier-Bresson hingen und hängen hier Aufnahmen junger, interessanter Nachwuchsfotografen. Gerade diese bunte Mischung unterschiedlicher Stilrichtungen der Fotografie, der Themen und Darstellungsweisen macht den Reiz von C/O Berlin aus.

Damit wird nun wohl bald Schluss sein, zumindest im historischen Postfuhramt mit seiner zerschlissenen Einrichtung, mit all den defekten Türen und zerkratzten Wänden. Damit dies nicht so kommt, ist der Berliner Senat ausgerufen, dieses fast einmalige Kunstkonzept zu bewahren und Verantwortung zu übernehmen. Was bereits vor Jahren hätte geschehen müssen, muss nun verwirklicht werden. Der Weggang von C/O Berlin aus Mitte wäre ein echter Verlust für die Kunstszene Berlins und Rückschlag für all diejenigen, für die Fotografie mehr ist als bloßes Abbilden des täglichen Lebens.

Heute hatte ich Gelegenheit, die Ausstellung „MAGNUM . Shifting Media . New Role of Photography” zu sehen. Beeindruckend! Die Vielzahl der unterschiedlichsten Aufnahmen von den bekannten Magnum-Fotografen zeigen eine Welt, in der nicht alles bunt, schön und inszeniert ist. Sie zeigen in ihrem Reportagestil oftmals die raue und schmerzliche Wirklichkeit und menschliches Leid. Sie verstecken nicht das Bild von Leid, Elend und Tod. Aber gerade dadurch zeichnen sich die Fotografen durch ihre große Humanität aus. Sie zeigen in vielen Fotos das, wovor wir heute zumeist die Augen verschließen. Die Magnum-Fotografen haben in ihrem Metier großartiges geleistet und der Welt in vieler Hinsicht die Augen geöffnet. Schon allein daher lohnt sich ein Besuch der Ausstellung bei C/O Berlin in diesen Tagen allemal.

C/O Berlin

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