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Die kontemplative Seite der Bildbearbeitung

6. August 2010 1 Kommentar

Fotografieren ist eine Form des Ausgleichs, die ich gerne pflege. Es macht einfach Spaß, durch Straßen und Landschaften zu ziehen und die Eindrücke festzuhalten. Ganz gleich ob Architektur, Natur oder Menschen. Alles hat seinen eigenen Reiz und Schönheit. Doch irgendwie ist man auch immer auf der Jagd nach interessanten Motiven und guten Bildern. Nur allzu leicht gerät dabei der Gedanke der Entspannung, die das Hobby eigentlich bringen soll, in den Hintergrund. Der Wunsch, das „perfekt Bild“, das es ja sowieso nicht gibt, zu machen, ist doch oft vorhanden. Da hilft nur, sich manchmal selbst ein wenig zurückzunehmen und die Eindrücke erst einmal wirken zu lassen.

Einmal mehr bleibt da die Bildbearbeitung als die Möglichkeit, sich selbst auf die gemachten Fotos zu konzentrieren und sich intensiver mit ihnen zu beschäftigen. Gerade diese Zeit bedeutet für mich Ruhe und Entspannung. Einfach ein Moment der Einkehr, wenn man nur das leise Klicken der Maus oder des Grafiktabletts hört. Es ist auch die Gelegenheit, das Gesehene, das nun in digitaler Form auf dem Monitor erscheint, noch einmal zu verinnerlichen und sich Gedanken zu machen. Da geht es nicht darum, das Bild „schöner“ oder attraktiver zu machen, damit es noch mehr User in den einschlägigen Foren bejubeln und mit geistreichen Kommentaren versehen. Vielmehr ist es eine Zeit, in der es sich lohnt, die Eindrücke, die einen dazu bewegt haben, das Foto zu machen, noch einmal zu rekapitulieren und sich fröhlicher, aber manchmal auch nachdenklicher Momente zu erinnern. All dies lässt sich für mich verbinden, wenn ich vor dem Monitor sitze und die Aufnahmen betrachte und bearbeite. Auch hier gilt: oft ist weniger mehr, um den Eindruck des Fotos nicht durch eine intensive Bearbeitung zu sehr zu verfälschen. Was bleibt ist die Einsicht, dass man diese Minuten der Ruhe der Bearbeitung nutzen sollte, sich all die Erinnerungen und Empfindungen, die man mit dem Foto verbindet, zurückzuholen und diese zu verarbeiten. Dann ist der Kopf schnell wieder frei für die nächste „Jagd“ nach neuen Ideen, Eindrücken und Aufnahmen.

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